“Fokus auf Interaktion und Viralität”: Die Strategie der Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien auf Facebook

Facebook ist für deutsche Printmedien Tagesgeschäft geworden. Ob Tageszeitung oder Wochenmagazin –  kaum ein Blatt, das auf einen eigenen Auftritt verzichtet. Gruner + Jahr in Hamburg gehört dabei mit Titeln wie Business Punk und Financial Times Deutschland zu den erfolgreichsten Verlagen. socialBench sprach mit Patrick Kosmala, Junior Social Media Manager bei Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien, über das Facebook-Engagement seines Hauses.

Patrick Kosmala, Junior Social Media Manager bei Gruner und Jahr

Patrick Kosmala, Junior Social Media Manager bei Gruner + Jahr: “Während meines Studiums habe ich bei den Wirtschaftsmedien ein halbes Jahr ein Praktikum im Marketing gemacht. Während des Praktikums habe ich die Facebook-Seiten erstellt und gepflegt. Danach habe ich als Werkstudent weiterarbeiten dürfen und seit Anfang des Jahres arbeite ich nun fest als Junior Social Media Manager. Verantwortlich bin ich für die Seiten: Financial Times Deutschland, Business Punk, Börse Online, Impulse, Capital und enable2start.”

G+J betreut einige der derzeit aktivsten Auftritte deutscher Printmedien auf Facebook. Unterstützen Sie Ihr Facebook Engagement mit Anzeigen-Kampagnen?

Patrick Kosmala: Ein ausgewogener Aktivitäten-Mix ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Facebook-Page. Daher machen wir bei G+J Wirtschaftsmedien sowohl durch die Integration des Facebook-Buttons in unsere redaktionellen Auftritte und unseren Print-Anzeigenmotive auf uns aufmerksam, als auch gelegentlich durch die Schaltung von Facebook-Ads, insbesondere zur Ankündigung neuer Magazine (jedoch nicht um das User-Engagement künstlich zu erhöhen). Getreu dem FTD-Motto „One Brand all Media“ sind unsere Facebook-Präsenzen ein wichtiger Bestandteil unserer Marke.

Wie schätzen Sie die Bedeutung der Facebook-Auftritte für die einzelnen Titel ein?

Patrick Kosmala: Je nachdem, welchen Titel wir betrachten, stellt Facebook eine ganz unterschiedliche Bedeutung dar. In Bezug auf Business Punk beispielsweise, erreichen wir genau unsere Zielgruppe und nutzen dies als Chance auch zwischen den Ausgaben in Kontakt mit den Lesern und Fans zu bleiben. Es ist also ein essentielles Sprachrohr – eines, das in beide Richtungen funktioniert, denn so haben die Fans auch die Möglichkeit mit uns bzw. den Redakteuren in Kontakt zu treten. Sowohl für den Heftvertrieb als auch für Vermarktungskooperationen ist Facebook wichtig.
Durch den Facebook-Auftritt der FTD hingegen, erreichen wir z.T. eine neue, jüngere Zielgruppe, die wir auf diesem Weg für unsere Marken begeistern können. Im besten Fall binden wir bestehende Fans nicht nur an den Titel, sondern gewinnen ebenfalls neue Leser unserer Printprodukte. Die Rolle des Social Commerce ist hierbei nicht zu unterschätzen. Aus Marketingsicht helfen uns die Facebook-Seiten das Image unserer Titel zu stärken.

Wie werden die Facebook-Auftritte bei G+J gesteuert?

Patrick Kosmala:Ich betreue die Facebook-Seiten der Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien, daher kann ich nur für diese sprechen. Dabei bin ich im Marketing aufgehängt und agiere als Schnittstelle zwischen Redaktion, Electronic Media und Marketing. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen ist wichtig, um gemeinsam neue Ideen, Innovationen und Strategien zu entwickeln. Während die Kollegen aus der Redaktion für die Inhalte zuständig sind, gehören in meine Verantwortung Aufgaben wie Monitoring, Facebook-Ads , Facebook-Apps und die Konkurrenzanalyse.

Legen Sie sich langfristige Redaktionspläne mit Strategien zurecht oder kommen die meisten Beiträge aus dem Tagesgeschäft und eher spontan?

Patrick Kosmala: In enger Zusammenarbeit mit der Redaktion werden strategisch langfristige bzw. themenorientiere Redaktionspläne erstellt. Allerdings hängt die Moderation der Pages natürlich auch von der aktuellen Nachrichtenlage ab. Wir versuchen auch so oft wie möglich Fanbeiträge und Vorschläge zur Berichterstattung zu berücksichtigen. So ergeben sich abwechslungsreiche und für den Fan relevante Inhalte.

Aktivität der Facebook Seiten
Aktivität der Facebook Seiten – Business Punk erreicht zeitweise fast 1,5% Aktivität, aktuell haben drei Seiten eine Aktivität von über 0,5%.

Welche Bedeutung haben Apps für ihre Strategie?

Patrick Kosmala: Wir nutzen Facebook-Apps als Instrument, um unsere User einzubinden und Marketing-Aktionen zu steuern. Gerade vor kurzem haben wir eine App erstellt, auf der unsere Fans, junge kreative Macher aus Deutschland vorschlagen und für sie voten konnten. Die Top 10 des Votings wurden in der jetzigen Ausgabe in der Serie ‚Die Business Punk Top 50: Deutschlands Nachwuchsstars aus Wirtschaft, TV, Musik, Werbung, Design und Tech-Szene’ vorgestellt. Die App war ein großer Erfolg.

Welche Bedeutung haben die von Facebook ausgelieferten Key Metrics für Sie im Tagesgeschäft? Welche Ziele setzen Sie sich?

Patrick Kosmala: Insbesondere für den täglichen Gebrauch stellen die Key Metrics von Facebook eine große Hilfe zur Einschätzung des Facebook-Geschehens dar. Langfristig und zum Reporting unserer persönlichen Key Performance Indikatoren nutzen wir jedoch umfangreichere Tools, die uns weitere Kennzahlen liefern. Der Fokus liegt hierbei jedoch immer auf der Interaktion und Viralität, die die Beiträge hervorrufen. Damit einher gehen in der Regel auch eine hohe Reichweite und die Zahl der Fans. Darauf richtet sich auch unsere Strategie. Wir versuchen den Edge-Rank unserer Seiten hochzuhalten, damit möglichst viele Fans unsere Beiträge sehen können.