Notebooksbilliger.de – Viele neue unglückliche Fans

Die Facebook Seite von Notebooksbilliger.de war bisher immer ein gutes Beispiel für die Interaktion mit den Fans. Seit der Gründung der Seite ist sie stetig gewachsen. Gute Beiträge mit Nachtichten aus der Computer, Laptop und Gadget Welt haben die Facebook Fans bei Laune gehalten und für eine hohe Aktivität gesorgt. Gelegentliche „Spaß“-Beiträge (z.B. „27° – eure Außentemperatur ist….?“ am 28.06.2011) vom Seiten Admin Carsten und Links zu dem eigenen Notebooksbilliger.de-Blog führten insgesamt zu einer lockeren Atmosphäre. Es wurden aber auch regelmäßige Gewinnspiele veranstaltet, um den Fans noch einen Grund mehr zu geben, Fan der Seite zu werden. Notebooksbilliger.de verschenkte zum Beispiel einen Nintendo 3DS, sobald 111 neue Fans zu der Seite hinzugekommen sind (gestartet bei 25.000, Ende bei 40.000 Fans!).

Aktuell hat die Seite von Notebooksbilliger.de 125.000 Fans, aber nur noch ein Bruchteil dieser Fans gehört zu den über viele Monate aufgebauten treuen Notebooksbilliger.de Fans. Was ist passiert? Am 05.09.2011 kündigte Notebooksbilliger an, dass sie HP Touchpads exklusiv an ihre Facebook Fans verkaufen würden. Die Touchpads hatten bereits in Amerika für großen Wirbel gesorgt, nachdem der Preis von HP von $400 auf $100 US-Dollar gesenkt wurde. Notebooksbilliger.de hatte sich einige dieser Tablet PCs gesichert und wollte den großen Ansturm für den Fanaufbau der Facebook Seite nutzen. Es wurde angekündigt, dass alle Fans der Facebook Seite die Chance hätten, die Touchpads auf einer Unterseite zu kaufen. Die Vergabe sollte ganz nach dem Motto „first come – first serve“ geschehen.

Die Nachricht der günstigen Touchpads (100,-€) in Deutschland hatte sich schnell rumgesprochen und so wuchs die Facebook Seite schon am ersten Tag der Ankündigung auf 84.000 Fans (+54.000 an einem Tag). Dieser Anstieg war wohl auch für Notebooksbilliger.de und dem Betreiber des Facebookshops (App), über den der Verkauf stattfinden sollte, etwas unerwartet. Am Tag des Verkaufes brach der Server auf den nun tausende Fans auf einmal zugreifen wollten zusammen und niemand konnte etwas bestellen. Daraufhin äußerten sich viele Fans verärgert auf der Facebook Seite und auch in Blogs und Foren. Viele der Kaufwilligen hatten sich extra frei genommen und fühlten sich jetzt von Notebooksbilliger.de über den Tisch gezogen. Behauptungen wurden laut, man habe alles nur gemacht, um mehr Fans zu gewinnen. Besonders die Fans, die schon lange mit der Seite verbunden waren, äußerten sich verärgert darüber, dass sie keinen Vorteil bekommen haben.

Auch mit dem Vorschlag, dass die Käufer nun zufällig ermittelt werden sollen, fand bei den Fans wenig Begeisterung, selbst wenn diese Lösung von Notebooksbilliger.de schnell kommuniziert wurde und eine gute Reaktion darstellte. Die App wurde am 08.09. zur Verfügung gestellt und die Facebook Seite wuchs insgesamt auf fast 140.000 Facebook Fans.

"Gefällt mir" von Notebooksbilliger.de
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Was bedeutete aber nun dieser Zuwachs von fast 500% für die Facebook Seite von Notebooksbilliger.de? Während die Seite vor der Aktion stetig gewachsen ist, verlassen nun jeden Tag Fans die Seite. Mittlerweile ist die Seite auf 125.000 Facebook Fans geschrumpft und auch die Aktivität auf die von der Seite veröffentlichten Beiträge hat stark abgenommen. Das wird zu einen mit der höheren Anzahl von Fans zusammenhängen und zum anderen auch an der viel breiter gefächerten Zielgruppe, die nun auf Notebooksbilliger.de vereint ist. Durch die virale Verbreitung der Touchpad Aktion wurden alle Personen auf Facebook angesprochen, während bei den anderen Aktionen von Notebooksbilliger.de eine gezielte Zielgruppe angesprochen wurde. Diese gemischte Zielgruppe mit interessanten Beiträgen zu erreichen ist wesentlich aufwändiger, zudem sind auch viele der neuen Fans einfach nur Fan geworden, um an die günstigen Touchpads ran zu kommen. Diese Fans haben zunächst kein wirkliches Interesse an Notebooksbilliger.de und werden nach der schiefgelaufenen Aktion vermutlich zunächst auch kein Interesse entwickeln. Im schlimmsten Fall (oder in diesem Fall ist es sogar gut, wenn die Seite sich sich wieder auf eine Zielgruppe konzentrieren kann) verlassen sie die Seite. Nach der Aktion wurde zudem auch weniger auf der Seite von den Admins geschrieben, vielleicht mussten sie erst ein mal den ersten Schock überwinden. Positiv bleibt an der Seite weiterhin, dass auf viele Beiträge der Benutzer in etwa 9 Stunden geantwortet (69%) wird.

Was können Facebook Admins aus der Aktion von Notebooksbilliger.de lernen? Eine solche virale Verbreitung wie bei Notebooksbilliger.de ist natürlich schwer abzusehen, trotzdem sollte immer sichergestellt sein, dass die Server einem Ansturm von Benutzern aushalten kann. Des Weiteren sollten Aktionen mit besonderen Gewinnen genau geplant werden, das Motto “first come – first serve” führt häufig zu Frustration unter den Benutzern. Zu guter Letzt sollte man auch oder gerade bei Gewinnspielen auf die Adressierung der richtigen Zielgruppe achten, um nicht am Ende Fans zu gewinnen, die niemals zu möglichen Kunden werden.